Von wegen „nicht genug“…

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Habe entschieden heute nicht mehr in der realen Außenwelt aufzutreten. Stattdessen wähle ich die innere Einkehr. Dumm bloß, dass da immer noch diese Stapel liegen. Logistischer, organisatorischer Dödelkram, hier und da ne Notiz eines wichtigen Gedankens zu irgendwas, Zeitungsartikel, die ich aus nicht mehr erfindlichen Gründen mal für wichtig hielt und lauter so’n Zeug. Mein Blick kreist über die Hügel aus Papier und schon hadere ich mit meinem Sein und wünsche mir die gute Fee, die mir den Krempel milde lächelnd abnimmt. Ich warte. Sie kommt nicht. Schade, eigentlich.

Koche Ingwertee. Mit viel Zitrone. Weil meine Nase etwas kitzelt. Und schleppe meinen ermatteten Körper, an dem mindestens 100 innere Schweinehündinnen kleben, auf’s Sofa, um ausführlich mit mir selbst zu diskutieren. Natürlich gehirn-intern und lautlos. „Hallo! Es ist Freitagabend! Gönn dir ne Auszeit!“, spricht die eine Stimme in mir, die immer irgendwie klingt, wie der Bärenben. „Du hattest vor die Stapel alle abzuarbeiten diese Woche. Drei sind immer noch da!“, nervt die zweite. „Dafür hast du ne Menge anderer wichtiger Sachen gemacht“, will die, mir eindeutig wohlgesonnenere Stimme, überzeugen. „Sicher, aber das ist nicht genug!“, schießt mir die andere vor den Bug.

Ich glaub‘ es hakt! Sollte ich tatsächlich dazu in der Lage sein, mich selbst derart unverschämt und anmaßend unter Druck zu setzen? Unfassbar!! Stehe auf und hole Ingwerteenachschub. Ich und Ich müssen Tacheles reden. Was mich als Vorstellung an sich schon wieder derart erheitert, dass ich beginne zu schreiben. Wie praktisch. Damit kann ich die nölende „Aberdasistnichtgenugstimme“ ganz einfach auf lautlos stellen, weil, was ich da schreibe, landet schließlich auf meinem Blog. Somit sorge ich direkt für ein behagliches Gefühl innerer Genugtuung. Wie produktiv ich bin. Schon wieder eine Geschichte. Gute Gabi. Schwuppdiwuppdieleni sind mir die Stapel schnurzegal, meine Schweinehündinnen ham sich abgelegt, die Welt weiß auch Bescheid und ich kann endlich tiefenentspannt die Füße hochlegen….Gehabt euch wohl, ihr Lieben :-)

5 Kommentare zu Von wegen „nicht genug“…

  1. Super Taktik, probier ich gleich morgen!

  2. Chandra - Christine // 11. März 2016 um 23:27 // Antworten

    Ach herrje,wie gut ich das kenne ! Schweinehündinnendressur nenne ich das ! Echt professionell….manchmal ! Doch immer mag dies nicht so recht gelingen ! Woher nehmen wir nur dieses schlechte Gewissen ? Nicht alles geschafft,erledigt zu haben ? Weil wir unsere Ziele meist zu hoch stecken – tja und mit 1,59 cm Lebensgrösse schafft man den Weltrekord im Stabhochsprung eben – aber auch eben gerade nicht mehr ! Liebe Gabi , Du hast schon einige Weltrekorde gebrochen – Du warst schwer krank – und hast trotzdem Hürden genommen die niemand für wahrscheinlich hielt – bist so standhaft und überaus mutig – Auch Du Liebes darfst mal schwach sein und Deine Seele baumeln lassen…..Deinem Körper Ruhe gönnen ! In love ! Your sister Chandra !

  3. Kleiner Schnuffel lass es dir g gutehen, wer Bären, Hengste und andere Tiere völlig zahm hält, braucht genug Energien , der darf auch mal ausruhen

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