Mit voller Kraft voraus!

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Glückskeksbotschaft. Ich steh‘ auf sowas. Vor allem, wenn der Spruch im Keks grad zu meinem aktuellen Lebens-Zeitgeschehen passt. Den da, hab‘ ich dieser Tage mit einem Lächeln von Meister Hong überreicht bekommen. Nach Jasmintee und Chop Suey mit Gemüse. Und – nachdem ich mich erst ganz kurz davor mutig dazu entschlossen hatte, mich mit dem Bären, der auf einer Mülltonne saß nun auch direkt, unverblümt und pur der Erwachsenenwelt zuzuwenden.

Und das, gerade weil ich ahne, dass dem Teddy an sich in der epochalen Zeitspanne zwischen 20 und 65, sowohl bei Männern, als auch bei Frauen in der Regel maximal die Bedeutung eines Wertgegenstandes: „Hat er einen Knopf im Ohr?“ Eines Dekoartikels: „Auf’m Sofa sieht er niedlich aus“ oder einer verstaubt-sentimentalen Erinnerung an lang vergangene Zeiten zukommt, die man gegebenenfalls auch salopp über den Hausmüll entsorgen kann. Bis auf wenige Ausnahmen, versteht sich, die ich an dieser Stelle herzlich grüße!

Tatsächlich sind Teddybären – global gesehen – das am weitesten verbreitete Spielzeug. Für Kinder sind innige Verbindungen zu derartigen Kuschelwesen daher völlig „normal“, wo Erwachsene sie ihnen doch seit über 100 Jahren immer dann stolz überreichen, wenn sie selber keine Zeit für Spiel, Leichtigkeit, Berührung und Anteilnahme haben, weil sie ja andere, furchtbar wichtige Dinge tun müssen. Längst erwiesen ist, dass auch alte, kranke, einsame Menschen dankbar sind, einen kleinen Kuschelbären streicheln zu dürfen. Wenigstens…Getrennte Welten auf alle Fälle. Die, der Kinder, die der Erwachsenen, die der Alten…Immer mehr Unberührte, Ungerührte.

Nicht, dass ich der Meinung wäre, wir bräuchten alle nur möglichst viele Teddys, plaudern ungezwungen mit ihnen, kuscheln, wann es uns gefällt, und damit wären dann wir und die Welt gerettet. Wenngleich das auf alle Fälle schon mal ein guter Anfang sein könnte und die Vorstellung eines amerikanischen Präsidenten – hochoffiziell – mit seinem Lieblingsteddy im Arm, gefällt mir wirklich gut. Scherzkeks beiseite.

Klar, sind diese Dinger aus Stoff nur ein Ersatz. Klar, reden die nicht wirklich. Es geht ums „darauf einlassen“, um etwas Wesentliches erkennen zu können: Kuscheltiere sind Tröster, Brückenbauer und Angstüberwindungshelfer, die heute deshalb so dringend gebraucht werden, weil all die vielen Zeitfresser um uns herum immer weniger Raum für echte, menschliche Nähe übriglassen. Und deshalb die Einsamkeit so trostlos um sich greift.

„Erwaxene“, weiß Ben, der Bär, der auf einer Mülltonne saß,“ reden dafür mit ihrem Computer, ihren Zimmerpflanzen, dem Auto oder mit irgendeinem Gott. Aber nicht mit Teddybären.“ Na toll. Warum eigentlich? Somit verzichtet ein großer Teil der aktivsten Altersgruppe freiwillig (!!!) darauf, offen in Kontakt mit der eigenen, bedürftigen Kinderseele zu bleiben! Ein herber Verlust, denn die Hauptaufgabe von Teddybären ist es, berührt zu werden, damit sie berühren können. Anspruchslos, erwartungslos, bedingungslos….

Mut gemacht zu Vorträgen über dieses Thema hat mir übrigens  Cordula Segadlo . In ihrem Cottage, und an ihrer Seite, durften der Bär und ich zum ersten Mal im kleinen Erwachsenenkreis erspüren, was wir da zu geben haben. Und weil das fein war, machen wir das jetzt öfter. Das nächste Mal am 7. Dezember 2017 ab 19 Uhr beim „Mutpoint“ von Cordula Segadlo, Cottage in der Steinstraße 5, Baden-Baden. Unser Thema: „Mut zur Berührung“. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr, um Anmeldung wird gebeten.

Ben Bär und ich haben natürlich vor, weiter mutig voranzuschreiten und unsere Pläne in die Tat umzusetzen. Deshalb nehmen wir Anfragen für unsere berührenden Vorträge oder Lesungen – wo auch immer – gern entgegen. Kontakt: joy@gabisaler.com.

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