Manchmal muss man es in die Hand nehmen…

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Wir haben gewonnen! Erstmal uns und jetzt auch noch den Selfie-Wettbewerb 2016 des Theater Baden-Baden!

….das Glück meine ich. Und nicht selten ist uns in entscheidenden Augenblicken gar nicht bewusst, was wir da gerade in die Hand nehmen. Die Erkenntnis folgt meist erst im Rückblick. Und zwar genau dann, wenn es sich einstellt – das damit verbundene Glück. „Öhm…böäh…du kannss müch doch nüch einfach hia sitzen lass’n…“, hat ein Bär, der in Baden-Baden auf einer Mülltonne herumsaß und auf seine Abfuhr wartete, mir geflüstert, als ich eigentlich selbst nur Abfall entsorgen wollte. Ich hätte ihn da sitzenlassen können. Weil ich nicht auf diese Stimme von „wasweißdennichwoher“ hätte hören müssen.

Konnt‘ ich aber nich. Obwohl ich ernsthaft bemüht war, sie zu ignorieren und erstmal mit meinem leeren Mülleimer an ihm vorbeistolzierte, als wäre da überhaupt nichts gewesen. „Öhm…Hallo! Du hass müch doch genau gehört!“ Dieser Bär ließ nicht locker. Weshalb ich – 49 jährige Frau, die ich damals bereits war, mich kurz umblickte, ihn entschlossen auf den Arm nahm und damit vor der Müllkippe rettete. Er seinerseits, mir nach ausgiebiger Handwäsche mit anschließendem Trockenföhnen schon richtig nah, wurde gewissermaßen zu meinem Retter. Denn in jenen Tagen suchte ich nach neuen Ausdrucksformen. Meinen ureigensten. Ich hatte genug von all den erfahrungsträchtigen und erkenntnisreichen Jobs, die mich im Laufe meines Lebens wahrhaftig eine Menge gelehrt haben. Und ich hatte einen Wunsch: Endlich als die, die ich bin, mit dem, was ich am liebsten tue, mein Brot zu verdienen.

„Der Bär, der auf einer Mülltonne saß“ hat mich wieder zum „spielerischen Entdecken“ ermutigt. Dazu mich, allem existenziellen Druck und all den vermeintlich viel wichtigeren Aktivitäten zum Trotze, auf ihn, und somit auch direkt „auf mich“, einzulassen und in meine eigene Kinderseele hineinzuspüren. Ganz genau so ist unser erstes Hörbuch entstanden. Quasi, im Dialog. Und, ja, er hatte von Anfang an diese, etwas eigenartige, Ausdrucksweise. Zum Glück, denn sonst hätte ich ja nie unterscheiden können, wer von uns beiden gerade welchen Beitrag leistet ;-).

„Angstüberwindungshelfer“ nenne ich ihn manchmal. Das ist er für mich – ganz besonders bei öffentlichen Auftritten. Und mittlerweile – zu meinerunsrer größten Freude-  auch schon für eine Menge Kinder und immer mehr Erwachsene. Erst letzte Woche, im Gespräch mit einer Pionierin auf ganz anderen Pfaden, die liebt, was sie tut und deshalb auf meinem Blog bald im Portrait erscheint, erfahre ich, dass sie unser Hörbuch in und auswendig kennt. Eine Freundin hat es ihr vorbeigebracht. In einer Zeit, in der sie mit dem Erwachsenenleben mächtig haderte. „Dieser Bär ist mir zum Seelentröster geworden,“ erzählt sie strahlend, während mich ein wohliger Schauer überläuft.

Tagsdrauf erreicht mich die nächste frohe Botschaft. Obiges Foto, unser Lieblings-Selfie vom Januar, hat den Theater-Baden-Baden-Selfie-Wettbewerb-2016 gewonnen! Das ist der Hammer!!! Denn der Preis ist ein Wahl-Abonnement und die nette Frau von der Presseabteilung, die die Botschaftsüberbringerin war, hat sich gewünscht, dass der Bär ganz unbedingt auch mal ins Theater kommen müsse, was wiederum dessen allergrößter Herzenswunsch ist, seitdem er mit mir reden kann! Die Dinge fügen sich. Manchmal magisch. Und meistens dann, wenn wir bereit sind, unser Glück in die Hand zu nehmen. Auch wenn es eine Weile dauern kann, bis wir wissen, welche Chance wir da ergriffen haben…

 

 

3 Kommentare zu Manchmal muss man es in die Hand nehmen…

  1. Wie wunderbar liebe Gabi. Am liebsten würd eich mir diesen Bär eine Weile ausleihen.
    Möge er dir immer zeigen, wann die richtige Zeit und wo der richtige Weg ist.
    Küßchen an euch beide
    Karin

  2. ach Gabilein das gönne ich dir liebem Menschen sooooooooo doll
    Dtück dich und such dir was schönes mit Ben aus, damit der Kerl mal ein bissle Kultur abbekommt

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