Kinder, Sterne und die Liebe

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Stern

Wir feiern Weihnachten. Und damit den Geburtstag eines Kindes. Stellvertretend für alle Kinder dieser Welt. Und für die Liebe…
Draußen ist es frühlingslau und himmelblau und damit genauso, wie unsere jüngste Enkeltochter Mia (6) es sich gewünscht hat. Neulich fährt sie mit ihrer Mama im Auto und ist auf einmal ganz bedrückt. Marie fragt: „Was ist los mit dir, Schatz?“ „Ach Mama,“ antwortet Mia, „da kannst du mir nicht helfen.“ Und dann seufzt sie ganz schwer. Marie lässt nicht locker. „Vielleicht kann ich dir tatsächlich nicht helfen, aber es kann gut sein, dass es dir besser geht, wenn du deine Sorgen mit mir teilst…“. Schweigen im Auto. Und dann brechen Tränen aus ihr heraus und sie schluchzt: „Mama, ich wünsch mir, dass keine Wolken mehr am Himmel sind. Nie wieder! Damit ich nachts immer alle Sterne sehen kann…“. Wolkenschieben kann Marie tatsächlich nicht, aber sie hält das Auto an und nimmt ihr Kind in den Arm. Und dann weinen sie gemeinsam, über all die fern-geliebten Wesen, die auf diesen vielen Sternen wohnen…
Als Mia zum allerersten Mal mit der Endlichkeit des Erdenlebens konfrontiert wird, ist sie gerade vier Jahre alt. Ihre „Urmi“, meine Mama, ist gestorben und sie will wissen, wo sie jetzt ist. „Die Urmi ist wieder ein Stern geworden,“ erkläre ich ihr, weil auch mir diese Vorstellung immer die tröstlichste ist, und wir gehen zusammen auf die Terrasse und schauen in den klaren Abendhimmel. Dann deutet ihr kleines Zeigefingerchen auf einen besonders hell leuchtenden Stern und sie fragt: „Omi, meinst du sie ist daaa?“ „Kann gut sein,“ bestätige ich und dann stehen wir, Hand in Hand, und schauen und vertrauen. Danach basteln wir Sterne, ganz viele, mit guten Wünschen drauf, damit wir sie der Urmi noch mit auf den Weg geben können.
Mittlerweile ist auch die andere Uroma ein Stern geworden und Tia, der geliebte Hund, die Schildkröten, ein kleiner Siebenschläfer und auch zwei Sternenkinder, die nie leben durften, bedenkt sie, wenn sie abends in den Himmel schaut. Je mehr geliebte Wesen sie loslassen muss, um so mehr Sterne findet sie am Firmament und um so klarer ist ihr, dass alle irgendwann geboren werden und alle und alles irgendwann stirbt. Die Zeit dazwischen nennen wir Leben. Und Mia fühlt schon jetzt ganz deutlich: „Wenn wir lieben, wissen wir warum…“

4 Kommentare zu Kinder, Sterne und die Liebe

  1. So schön! Danke Gabi!

  2. Chandra - Christine // 25. Dezember 2015 um 10:48 // Antworten

    Diese Geschichte ist wirklich sehr berührend ! Da kommen auch mir die Tränen ! Ja,die Sterne spenden Trost !

  3. Wunderschön

  4. Du kannst nicht aufhören zu schreiben und ich kann nicht aufhören zu lesen …
    immer wieder berührend

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