Endorphine und Herbstlaub

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Es wird Zeit das Herbstlaub zusammenzurechen. Bevor die ersten Schneeflocken fallen. Laubhaufen auftürmen, unter denen Igel überwintern und, wer weiß, wer sonst noch. Ich liebe diese Arbeit. Auch, weil ich erfahren habe, was es bedeutet, sie nicht tun zu können. Jahre vergingen, in denen der Herbst beinah ungerührt an mir vorüberzog. Bis mein Körper mir unmissverständlich signalisierte, dass ich jetzt – und da wurde es gerade Herbst – ganz besonders darauf zu hören habe, was meine Seele lauthals schreit…Und während die Blätter fielen, fand ich mich zum ersten Mal in meinem Leben „auf dem Wattebausch aus der Zeitmaschine gehoben“.

Heute darf ich im Garten Herbstlaub zusammenrechen. Mich an der farbigen Fülle freuen und daran, dass unter dicken Blattpaketen im Erdreich schon der Frühling schlummert. Ich bin gesund. Ich kann mir die Zeit dafür nehmen. Wir dürfen diesen wundervollen Garten hegen und pflegen….Eine Welle wohliger Dankbarkeit durchflutet mich. Und wie die bunten Blätter, die sich um meine Gummistiefel herum versammeln, fallen mir die vielen bunten Begegnungen eines Jahres ins Bewusstsein. Menschen, die sich auf mich und meine Ideen einließen, in deren Leben ich eintauchen durfte, die mich teilhaben ließen und mir Räume eröffneten. Danke. Für Euren Mut, eure Offenheit, euer Vertrauen. Die Liebsten um mich herum, die mir so sehr den Rücken stärken und mich voller Liebe seinlassen können, wie ich bin…Danke…

Meine Laubhaufen sind beachtlich angewachsen. Ich atme die würzige Herbstluft ein, halte inne, lausche in die dörfliche Spätnachmittagsstille. So ein Garten macht Arbeit. Heute abend kochen für den Clan? Macht auch Arbeit. Und nach einem Streit mit einem geliebten Menschen und im konfusen Missverstehen vorwurfsvoll verhakt, wieder einen Ausweg zur Annäherung und zum Verständnis zu finden – ist auch Arbeit. Zu der keiner gezwungen ist. Für die nicht bezahlt wird. Und die ich doch so gern tun will, weil ich sie tun kann. Ich reche weiter….ultrahocherhitzt. Weil mich – zur körperlichen Anstrengung hinzu – die Endorphin-Ausschüttung in meinem Körper just in diesem Augenblick überwältigt. Doch! Der Lohn dafür ist goldmariereich und dennoch unbezahlbar. Denn, was ich fühle ist ….Glück….

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu Endorphine und Herbstlaub

  1. Liebe Gabi, wie wunderbar konnte ich in Erinnerung schwelgen. Abtauchen in die Zeit, wo ich auch noch einen Garten hatte und den meiner Eltern, wo es immer was zu tun gab. Den Geruch des Herbstes hatte ich wieder in der Nase und fühlen konnte ich mit dir, wie dir warm wurde in den Klamotten, die man sich überzieht, wenn man das Gefühl hat, es ist kalt.
    Jetzt lebe ich mitten in der Stadt und sehe, wie die Blätter von fleissigen städtischen Mitarbeiter-Kobolden zusammen getragen oder gepustet werden. Ich hätte gar keine Zeit mehr für Blätter, aber jetzt habe ich die Zeit zum Träumen. Das hat auch was. Ein neuer Lebensabschnitt, tatsächlich der Herbst meines Lebens. Aber ich weiss, es kommen noch ganz viele Frühlinge… Yeah, wie schön ist das.
    Liebe & Licht für uns alle……

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