Abschalten

Säen und ernten

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Monikas GartenMein pausenloses Denken ausschalten und mich ganz und gar auf eine Sache einlassen – das fühlt sich glücklich an, wenn’s gelingt. Was für ein Segen, dass ich mich bewegen kann. Und so mach ich mich oft auf und laufe und schaue und entdecke. Als wir vor 25 Jahren in dieses kleine, pfälzische Dorf am Ende der Welt zogen, gab es noch viele, die ihre Gärten und Äckerchen pflegten. Doch die Alten, die dafür verantwortlich waren, sind nach und nach gestorben. Heute gibt es nur noch ein paar wenige, aber immerhin. Einen Garten gibt’s, den betrachte ich besonders gern. Und ich bewundere die fleißigen und unermüdlichen Hände der Frau, die diesem Stück Erde Jahr um Jahr eine gute Ernte abgewinnt. Nicht dass das Leben ihr Schicksalsschläge erspart hätte. Einmal, so erzählt sie mir, war es sogar so hart, dass sie furchtbar traurig wurde und sich immer mehr in sich verschloss. So traurig, dass sie irgendwann einen Arzt aufsuchen musste, der ihr Depressionen attestierte. Er erkundigte sich allerdings auch bei ihr, ob es etwas gäbe in ihrem Leben, das sie immer gern gemacht habe. „Mein Garten“, hat sie geantwortet und auf einmal habe die Erinnerung den Lebensmut zurückgebracht und die Trauer sei plötzlich fortgezogen. Fortan ist sie wieder rausgegangen und hat in jedem Frühling eine neue Saat in die Erde gelegt….

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